Es gibt verschiedene Gründe, warum manche Familien ihr Kind* nicht in die Schule schicken.
Zu nennen sind:
- der Wille, den Rhythmus und die Motivationen des Kindes zu respektieren
- der Wille, das Kind nicht in eine Dominanz/Dominanz-Beziehung zu bringen
- der Wunsch, das Kind nicht in eine ungesunde Konkurrenzsituation zu bringen
- der Wille, ein qualitativ hochwertiges Familienleben aufrechtzuerhalten
- der Wille, voll und ganz an der Ausbildung seines Kindes beteiligt zu sein
- die Notwendigkeit, sich mit Problemen des Unwohlseins im schulischen Umfeld auseinanderzusetzen
- die Notwendigkeit, den Unterricht an das Profil oder den Zustand des "Kindes" anzupassen
(Autismus, Behinderung, Krankheit, Begabung, ...) - die Achtung der Entscheidung des Kindes als Subjekt mit Rechten
- der Wille, sich auf menschliche und moralische Werte zu stützen, die Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und soziale Eingliederung fördern, in einer Governance, die horizontaler ist als das, was innerhalb des Schulsystems praktiziert wird
- die Notwendigkeit, die Bildung des Kindes an Familienreisen, weder beruflich oder privat, anzupassen
- Armut an Bildungsangeboten, die eine Alternative zum herkömmlichen Schulsystem darstellen.
(NB Der Begriff Kind wird in unseren Texten im rechtlichen Sinne von "minderjährig" verwendet.)
Wie die Ergebnisse verschiedener akademischer Forschungsarbeiten bestätigen, ist diese erzieherische Entscheidung das Ergebnis eines humanistischen Familienansatzes, der sich auf den Geist der Grundrechte beruft und absolut nichts mit Individualismus, Separatismus oder Radikalisierung zu tun hat.
In der Praxis sucht und findet jede Familie den für sie passenden Weg: in formalen oder informellen Lernprozessen oder sogar in einer Mischung aus beidem, flexibel und in fine indem sie sich an die besonderen Bedürfnisse der Lernenden anpassen.
Es muss betont werden, dass der offizielle Begriff "Hausunterricht" nicht die Realität widerspiegelt, da dieses Thema diese Unterrichtsform von vornherein in einem abgegrenzten, eingeschränkten häuslichen Rahmen ansiedelt und den Eindruck erweckt, sie sei nur auf das familiäre Umfeld beschränkt, ohne ihren Reichtum an Offenheit gegenüber der Außenwelt wiederzugeben.
Außerhalb der Schule kann Lernen in einer Vielzahl von sozialen Kontexten stattfinden, mit anderen, im wirklichen Leben und in der Welt.
Außerhalb der Schule beschränkt sich die Sozialisation nicht auf eine pseudo-obligatorische Ansammlung von Jugendlichen nach Altersgruppen oder sozialen Kategorien, die einer vertikalen Steuerung unterliegt.
"Jede Familie, jedes junge Individuum ist ein Einzelfall! "
